Produktname versus Dachmarke

„Was wird aus der Marke?“ fragt die Pharma Relations  in ihrer Ausgabe 4/2015 Vertreter der Healthcare-Branche. In dem Report geht es um das Modellprojekt der Bundesvereinigung Deutscher Apothekenverbände (ABDA) und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), in dem keine Produktnamen, sondern Wirkstoffe verschrieben werden. Die KV Sachsen hat nun als erste Institution den Versuch gewagt – bei Verordnern, Apothekern und Patienten zählt nur noch der Wirkstoffname. Hat damit das Ende der Produktmarken begonnen, fragt die Pharma relations Akteure der Branche.

Als Vertreterin der Agenturbranche antwortet unter anderem Dr. Natascha Terp, Inhaberin von 2strom. Sie sieht bei Eintreten einer Wirkstoffverordnung die Produktmarke zugunsten der Dachmarke in den Hintergrund treten, wie es bei einem Markt, der zu 60 Prozent generisch ist, ja schon in großen Zügen passiert ist. Jedoch ist es für die Berliner Healthcare-Expertin essentiell, wie ein Medikamentenkatalog bei einer Wirkstoffverordnung aussehen könnte. „Interessant ist, wie mit innovativen, patentgeschützten Medikamenten umgegangen wird und wie mit solchen, die sich aufgrund pharmakologischer Besonderheiten durchaus von ihren Wettbewerbern in der Festbetragsgruppe differenzieren”, sagt Dr. Natascha Terp. Denn: „Wollen wir wirklich, dass Compliance in Zukunft noch mehr von dem Auftritt der Dachmarke und seinem Packungsdesign abhängig gemacht wird?“

Welche weiteren Konsequenzen ein Wechsel vom Produktnamen zum Wirkstoff für die Akteure der Branche mit sich bringt, ist ausführlich in der Pharma relations 4/2015 nachzulesen.